Burnout-Prävention / Resilienz-Training

Wie ensteht ein Burnout? 

Burnout wird meist auf Überforderung und Stress im Beruf zurückgeführt. Die Ursachen sind aber vielfältig, genauso individuell auch der Weg daraus. 


Der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger gilt als Begründer des Begriffs Burnout und definiert diesen wie folgt: "Nachlassen bzw. Schwinden von Kräften oder Erschöpfung durch übermäßige Beanspruchung der eigenen Energie, Kräfte oder Ressourcen." 

Ein Burnout entwickelt sich meist als Resultat eines langen Prozesses und verläuft in unterschiedlichen Phasen. Dabei können sich die Phasen auch wiederholen oder einzelne ausgelassen werden. 

"Burnout-Zykus" (nach Freudenberger & North, 1992):

  • Stadium 1: 
    Der Drang bzw. Zwang sich zu beweisen, "Idealismus"
  • Stadium 2:
     Verstärkter Einsatz ohne Delegation von Arbeit
  • Stadium 3: 
    Subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse, Vergesslichkeit, nachlässige Ernährung
  • Stadium 4: 
    Verdrängung von Bedürfnissen und Konflikten, absichtliches "Übergehen" von körpereigenen Signalen (Leitsymptom: chronische Müdigkeit), vermehrter Konsum von Kaffee, Nikotin, Medikamenten
  • Stadium 5: 
    Umdeutung von Werten, Desorientiertheit, "die Sache" bestimmt Ihre gesamte Lebensgestaltung
  • Stadium 6: 
    Leugnung der Probleme, Intoleranz, Bagatellisieren der Situation
  • Stadium 7: 
    Rückzug aus der Umwelt, Verhaltensänderungen, Zynismus, aufgesetztes Verhalten
  • Stadium 8:
    Beobachtbare Verhaltensveränderungen, aggressives und abwertendes Verhalten
  • Stadium 9:
    Depersonalisation (Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit und den eigenen Körper)
  • Stadium 10: 
    Innere Leere, Gefühl von Sinnlosigkeit breitet sich aus
  • Stadium 11:
    Schwere Depresssion (freudlos, lustlos, antriebslos)
  • Stadium 12:
    völlige Erschöpfung, kompletter Zusammenbruch mit schweren Symptomen bis hin zum Suizid. 


Mögliche Symptome in den verschiedenen Burnout-Phasen: 

  • körperlich: Müdigkeit, Schlafstörungen, Muskelverspannungen,  Magen-Darm-Beschwerden,  Kopf- und Gelenkschmerzen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, geschwächtes Immunsystem, sexuelle Unlust, Erektionsprobleme, Herzprobleme, Gefühl von Aufregung, Herzstolpern 
  • psychisch: emotionale Erschöpfung, keine Freude mehr, Interessen- und Lustlosigkeit, fehlender Antrieb, Gefühl der Leere, Hilflosigkeit, Wut und Frustration, Gereiztheit, mangelndes Selbstwertgefühl, Angstzustände, Panikattacken 

Was bedeutet Resilienz?

Ursprünglich wurde der Begriff Resilienz in der Physik verwendet und beschreibt die Eigenschaft eines Werkstoffs, nach einer Verformung durch Druck und Belastung von außen wieder in die ursprüngliche Form zurückzufinden. Zum Beispiel ist ein Klumpen Lehm wenig resilient, er verbleibt in seiner neuen Form, wenn er zusammengedrückt wird. Ein Schwamm dagegen ist als Stoff deutlich resilienter, da er in seine alte Form zurückspringt, nachdem der Druck nachgelassen hat. 

Auf den Menschen bezogen umfasst Resilienz die Widerstandsfähigkeit und die Bewältigungsstrategie als Reaktion auf Herausforderungen, Veränderungen oder schwierige Situationen, die von außen auf eine Person einwirken. 

Resilienz im psychologischen Sinne kann man auch als das "psychische Immunsystem" bezeichnen.

Verschiedene Faktoren tragen zu einer gesunden Resilienz bei und diese lassen sich auch in Säulen zusammenfassen. 


Die 7 Säulen der Resilienz

  • Akzeptanz 
  • Selbstverantwortung
  • Selbstwirksamkeit
  • Lösungsorientierung
  • Netzwerkorientierung
  • Zukunftsorientierung
  • Optimismus


Was läuft das Resilienz-Training ab?

Im gemeinsamen Gespräch klären wir, ob Sie Burnout gefährdet sind bzw. in welchem Stadium Sie sich wiederfinden.


Im Anschluss erarbeiten wir gemeinsam, welche Säulen gerade ausbaufähig sind. Im Anschluss stärken wir diese mit individuellen Übungen und Maßnahmen, damit sie wieder zu einem stabilen Fundament für Ihr Leben werden. 



Hinweis:
Die beschriebenen Burnout-Stadien 10 - 12 brauchen unbedingt eine ärztliche Klärung und entsprechende Behandlung. Danach kann ein Resilienz-Training sehr gut begleitend und unterstützend eingesetzt werden.